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Kreativitätsentwicklung

Kreatives Denken

Kreativität heisst, das sehen, was alle sehen und das denken, was noch niemand gedacht hat.

         

 

Ganz pragmatisch und ohne haarspalterische Abgrenzungen zu benachbarten Begriffen, kann Kreativität im Denken und in der Lösungssuche verstanden werden als:

  • Ein Denken in Möglichkeiten und Alternativen
  • Ein flexibler, spielerischer Umgang mit Denk-Mustern und Denk-Strukturen
  • Ein Denken in neuen Kombinationen von weitgehend bekannten Elementen der (Problem-) Situation

Diese Art von Kreativität ist nicht geniehaft angeboren. Sie kann gelernt und trainiert werden. Sie schliesst Logik und Rationalität keineswegs aus, akzeptiert aber daneben jegliche anderen, durchaus ‚unlogischen’ Vorgehensweisen, um sich die ganze ungeteilte Wirklichkeit eines Problemzusammenhanges zu erschliessen. – Und danach unter Einbezug aller verfügbaren menschlichen Fähigkeiten und Eigenschaften – eben auch Intuition, Gefühl, Sinneswahrnehmungen usw. – eine Lösung zu finden.

Das Erkennen von eigenen Denk-Mustern und ihrer Begrenztheit ist der Einstieg zum spielerischen Umgang mit verschiedenen Denk-Modellen. Nicht die konsequente, logische und rationale Weiterentwicklung der Kerzen-Technik hat zur Erfindung der Glühbirne geführt, ebenso wenig wie die Weiterentwicklung der Glaslinsentechnik, im Mikroskopbau zum Elektronen-Mikroskop. Hier war immer ein radikaler Denk-Muster-Wechsel nötig.

Es ist jedoch nicht einfach, ‚lieb gewonnene’, altbekannte Trampelpfade zu verlassen.  Eine verfahrende, vertrackte Situation ist uns oft lieber, als eine gewagte, neue, die die Chance einer Problemlösung enthält.

Wenn zum Beispiel Klein-Eva im Wohnzimmer herumtollt und der strickenden Grossmutter immer in den Wollfaden läuft, schlägt der genervte Vater vor, sie in den Laufstall zu stecken, damit Grossmutter in Ruhe stricken kann. Er könnte aber auch die Oma in den Laufstall setzen, wo sie ungestört stricken kann und Klein-Eva dafür mehr Bewegungsraum hat.

Wie ermöglicht man den gedanklichen Sprung von der Kerze zur Glühbirne, von der man noch nichts weiss? Wie schafft man es, das Denk-Muster ‚Laufstall’ nicht nur mit einem Kind, sondern – wenn es Sinn macht – auch mit der Oma in Verbindung zu setzen?

Dies sind typische und beispielhafte  Fragen, die eine kreative Lösungssuche im Prinzip, und nicht im Einzelfall – zu beantworten versuchen.

Das Wechseln oder Verlassen gewohnter Denk-Muster erhöht zwar die Wahr-scheinlichkeit, dass eine Lösung gefunden wird, gibt aber noch keine Gewissheit dafür. Kreativität bedeutet immer auch, ein paar Schritte ins Dunkel zu wagen. Wichtig ist, sich geeignete Rahmenbedingungen und Voraussetzungen  für kreatives Handeln zu schaffen und sich selber in den sogenannten ‚Flow-Zustand’ versetzen.