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Methode Neurofeedback

Durch neue Erkenntnisse der Forschung am Gehirn in den letzten Jahren, ist es mit Neurofeedback ist eine Form von Biofeedback und wird auch EEG-Biofeedback genannt. Durch die grossen Fortschritte in der Hirnforschung in den letzten Jahren ist es möglich, Symptome immer präziser da zu behandeln, von wo aus sie gesteuert werden: Im Gehirn!

 

Neurofeedback

Bei dieser Methode wird mit dem EEG, also dem Elektroencephalogramm gearbeitet. Das Sichtbarmachen der Hirnströme über das EEG, ermöglicht es dem Klienten, auf diese Einfluss zu nehmen.

Die Verteilung der Hirnwellen Delta, Theta, Alpha, Beta  im Gehirn zeigen sich uns im Alltag in Form von Gemütszuständen und bestimmten Verhaltensweisen. Im ungünstigen Fall kann dies zum Beispiel ein Mangel an Konzentration, Ängstlichkeit, Nervosität, innere Unruhe oder Zerstreutheit und Müdigkeit bis hin zu Krankheitssymptomen bedeuten.

Bei Neurofeedback handelt es sich um eine nicht-invasive Methode! Es wird nichts zum Gehirn hingeleitet, sondern es werden lediglich Hirnströme gemessen. Diese werden analysiert und in ein audio-visuelles Feedbacksignal verwandelt, also in eine Rückmeldung ans Gehirn durch Bildschirm und Lautsprecher. Dieser Prozess führt über Konditionierung und Neustrukturierung zu einer Verbesserung der Selbstregulierungsfähigkeit des Gehirns. Neurofeedbacktraining führt in der Regel dazu, dass Klienten sich besser artikulieren können, die Motorik verbessern, Emotionen besser kontrollieren, visuelle Reize besser verarbeiten, weniger Schmerz oder Verspannung empfinden, mehr kreative Ideen und positive Gedanken haben (s. Wirkung von Neurofeedback)

Man kann das Neurofeedback auch als Hirnwellentraining bezeichnen. Das Gehirn wird sozusagen über Belohnung konditioniert, am gewünschten Ort Hirnwellen in jenen Frequenzen zu produzieren, die weg vom Problem und vom Symptom, hin zu mehr Leistungsfähigkeit und Lebensqualität führen.

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Behandlung mit Neurofeedback

Der grosse Vorteil dieser Methode ist die objektive Messbarkeit von Hirnströmen. In Form von Brainmaps (farbigen Hirnabbildungen) wird die Verteilung der Hirnströme bei verschiedenen Aufgabenstellungen an den Klienten sichtbar gemacht. Es können Brainmaps vor einer Behandlung mit Brainmaps nach einer Behandlungsserie verglichen werden.

 Diese Brainmaps ermöglichen ein objektives Assessment (Bestandesaufnahme). Eine sogenanntes ‚subjektives Assessment' erfolgt durch Fragen vom Therapeuten und via Fragebogen, welcher vom Klienten ausgefüllt und dann vom Computer ausgewertet wird. Die Auswertung zeigt die Areale im Gehirn an, die laut Selbsteinschätzung des Klienten trainiert werden sollen. Aufgrund der beiden Assessments wird dann vom Therapeuten ein Behandlungsplan erstellt.

 Neurofeedback wurde vor allem in USA entwickelt und fasst jetzt erst langsam Fuss in Europa (am schnellsten bis jetzt in der Schweiz). Es gibt immer mehr wissenschaftliche Studien über den Erfolg von Neurofeedback wie zum Beispiel in den Bereichen Aufmerksamkeitsstörungen, Depression, Lernstörungen, Epilepsie und Tinnitus (Ohrgeräusch).

 Zunehmend wird Neurofeedback auch bei Gesunden angewendet wie zum Beispiel im Bereich Sport, in der darbietenden Kunst (Gesang, Performances, etc.) und Management, wo es um Leistungssteigerung und Optimierung des Auftritts geht.

 Beispiel von Brainmaps:

Wie läuft eine Neurofeedback-Sitzung ab?

 Das Neurofeedback-Training findet am Bildschirm bzw. vor dem Lautsprecher statt. Jede unserer Milliarden von individuellen Gehirnzellen entlädt sich elektrisch in einer bestimmten Frequenz. Diese elektrischen Aktivitäten werden mittels Sensoren am Kopf gemessen und dann auf dem Bildschirm des Therapeuten aufgezeichnet. Die Klienten sehen sich einen Film an, ein Video-Game oder hören Musik, welche durch ihre Hirntätigkeit beeinflusst werden. Die Rückmeldung (das Feedback) besteht aus einem 

Stocken oder leiser werden des Filmes, der Musik, oder Veränderungen im Game durch Interaktion mit den Hirnfrequenzen. Diese Rückmeldung tritt auf, sobald die Hirnwellen sich nicht im gewünschten Frequenz-Bereich bewegen. Das Gehirn nimmt diese Informationen auf und lernt selber das angesteuerte Ziel zu erreichen und sich neu zu strukturieren, ohne dass die Klienten bewusst dazu beitragen.

Neurofeedback ist eine sanfte Methode, in der das Gehirn auf die gewünschten Frequenzbereiche umschaltet, so dass es sich – je nach Ziel des Klienten -  beruhigend, stabilisierend oder auch anregend auf das zentrale Nervensystem auswirkt, ohne dabei die Persönlichkeit zu verändern. Symptome können dauerhaft reduziert werden oder r ganz verschwinden.  Die Methode basiert auf der Tatsache, dass ein Verhalten, das belohnt wird, in der Folge verstärkt auftritt. In den meisten Fällen werden mindestens 20 Sitzungen à 55-60 Minuten für ein nachhaltiges Resultat empfohlen.

Neurofeedback – Historie und Wissenschaftliches

Neurofeedback wurde vor über dreissig Jahren an der Universität von Kalifornien in Los Angeles von Professor Barry Sterman bei Versuchen mit Katzen entdeckt. Seither ist eine ständig wachsende Gemeinde von Forschern, Therapeuten und Entwicklern dabei, Geräte, Software und Therapieverfahren zu entwickeln und zu etablieren.

Vom amerikanischen Forscher Professor Joel Lubar – einem anderen Neurofeedback-Experten der ersten Stunde -  gibt es von 1969 bis heute Publikationen über über diese Methode (www.eegfeedback.org/publications). Aufgrund seiner Untersuchungen und Erfahrungen, stellt er die Wirkungsweise von Neurofeedback wie folgt dar: Die Grundlage für die Hirnfunktion des Menschen bilden sogenannte Schrittmacherzellen im Thalamus (einer zentralen Gehirnregion), die die Sinneswahrnehmungen in einem bestimmten Rhythmus an den Kortex (Hirnrinde) weiterleiten, wo sie verarbeitet werden. So entsteht eine Art elektrischer Schwingkreis zwischen Thalamus und Kortex. Der Forscher entdeckte, dass Störungen dieses Schwingkreises aufgezeichnet werden können und als verschiedene Krankheitsbilder wie Epilepsie und Aufmerksamkeits-Syndromen erkennbar sind. Er fand heraus, dass diese Störungen durch Neurofeedback beeinflussbar und somit therapierbar sind. Durch aktive Einflussnahme auf störende Prozesse und Symptome können diese dauerhaft reduziert werden oder sogar verschwinden.

Es wird geschätzt, dass es heute weltweit bereits rund zehntausend Neurofeedback-therapeuten gibt, wovon ca. 90% auf die USA entfallen. Wahrscheinlich hat die Schweiz die grösste Neurofeedbacktherapeutendichte nach Los Angeles, USA.